Luther (1545)
Hiob 16
1Hiob antwortete und sprach: Share to feedTweet 2Ich habe solches oft gehöret. Ihr seid allzumal leidige Tröster. Share to feedTweet 3Wollen die losen Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech, also zu reden? Share to feedTweet 4Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wollte GOtt, eure Seele wäre an meiner Seele Statt! Ich wollte auch mit Worten an euch setzen und mein Haupt also über euch schütteln. Share to feedTweet 5Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten. Share to feedTweet 6Aber wenn ich schon rede, so schonet mein der Schmerz nicht; lasse ich's anstehen, so gehet er nicht von mir. Share to feedTweet 7Nun aber macht er mich müde und verstöret alles, was ich bin. Share to feedTweet 8Er hat mich runzlicht gemacht und zeuget wider mich; und mein Widersprecher lehnet sich wider mich auf und antwortet wider mich. Share to feedTweet 9Sein Grimm reißet, und der mir gram ist, beißet die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich. Share to feedTweet 10Sie haben ihren Mund aufgesperret wider mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlet. Share to feedTweet 11GOtt hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände lassen kommen. Share to feedTweet 12Ich war reich, aber er hat mich zunichte gemacht; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich ihm zum Ziel aufgerichtet. Share to feedTweet 13Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschonet; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet; Share to feedTweet 14er hat mir eine Wunde über die andere gemacht; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger. Share to feedTweet 15Ich habe einen Sack um meine Haut genähet und habe mein Horn in den Staub gelegt. Share to feedTweet 16Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt, Share to feedTweet 17wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist, und mein Gebet ist rein. Share to feedTweet 18Ach, Erde, verdecke mein Blut nicht! und mein Geschrei müsse nicht Raum finden! Share to feedTweet 19Auch siehe da, mein Zeuge ist im Himmel; und der mich kennet, ist in der Höhe. Share to feedTweet 20Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränet zu GOtt. Share to feedTweet 21Wenn ein Mann könnte mit GOtt rechten wie ein Menschenkind mit seinem Freunde! Share to feedTweet 22Aber die bestimmten Jahre sind kommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde. Share to feedTweet