Luther (1545)
Klagelieder 5
1Gedenke, HErr, wie es uns gehet; schau und siehe an unsere Schmach! Share to feedTweet 2Unser Erbe ist den Fremden zuteil worden und unsere Häuser den Ausländern. Share to feedTweet 3Wir sind Waisen und haben keinen Vater; unsere Mütter sind wie Witwen. Share to feedTweet 4Unser eigen Wasser müssen wir um Geld trinken; unser Holz muß man bezahlt bringen lassen. Share to feedTweet 5Man treibt uns über Hals, und wenn wir schon müde sind, läßt man uns doch keine Ruhe. Share to feedTweet 6Wir haben uns müssen Ägypten und Assur ergeben, auf daß wir doch Brot satt zu essen haben. Share to feedTweet 7Unsere Väter haben gesündiget und sind nicht mehr vorhanden; und wir müssen ihre Missetat entgelten. Share to feedTweet 8Knechte herrschen über uns, und ist niemand, der uns von ihrer Hand errette. Share to feedTweet 9Wir müssen unser Brot mit Fahr unsers Lebens holen vor dem Schwert in der Wüste. Share to feedTweet 10Unsere Haut ist verbrannt wie in einem Ofen vor dem greulichen Hunger. Share to feedTweet 11Sie haben die Weiber zu Zion geschwächt und die Jungfrauen in den Städten Judas. Share to feedTweet 12Die Fürsten sind von ihnen gehenket, und die Person der Alten hat man nicht geehret. Share to feedTweet 13Die Jünglinge haben Mühlsteine müssen tragen und die Knaben über dem Holztragen straucheln. Share to feedTweet 14Es sitzen die Alten nicht mehr unter dem Tor, und die Jünglinge treiben kein Saitenspiel mehr. Share to feedTweet 15Unsers Herzens Freude hat ein Ende, unser Reigen ist in Wehklagen verkehret. Share to feedTweet 16Die Krone unsers Haupts ist abgefallen. O wehe, daß wir so gesündiget haben! Share to feedTweet 17Darum ist auch unser Herz betrübt, und unsere Augen sind finster worden Share to feedTweet 18um des Berges Zions willen, daß er so wüst liegt, daß die Füchse darüberlaufen. Share to feedTweet 19Aber du, HErr, der du ewiglich bleibest und dein Thron für und für, Share to feedTweet 20warum willst du unser so gar vergessen und uns die Länge so gar verlassen? Share to feedTweet 21Bringe uns, HErr, wieder zu dir, daß wir wieder heimkommen; verneue unsere Tage wie vor alters! Share to feedTweet 22Denn du hast uns verworfen und bist allzusehr über uns erzürnet. Share to feedTweet