Luther (1545)
Prediger 7
1Ein gut Gerücht ist besser denn gute Salbe und der Tag des Todes weder der Tag der Geburt. Share to feedTweet 2Es ist besser, in das Klaghaus gehen denn in das Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt's zu Herzen. Share to feedTweet 3Es ist Trauern besser denn Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert. Share to feedTweet 4Das Herz der Weisen ist im Klaghause und das Herz der Narren im Hause der Freuden. Share to feedTweet 5Es ist besser hören das Schelten des Weisen denn hören den Gesang der Narren. Share to feedTweet 6Denn das Lachen des Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel. Share to feedTweet 7Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig und verderbt ein mildes Herz. Share to feedTweet 8Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist. Share to feedTweet 9Sei nicht schnelles Gemüts zu zürnen; denn Zorn ruhet im Herzen eines Narren. Share to feedTweet 10Sprich nicht: Was ist's, daß die vorigen Tage besser waren denn diese? Denn du fragest solches nicht weislich. Share to feedTweet 11Weisheit ist gut mit einem Erbgut und hilft, daß sich einer der Sonne freuen kann. Share to feedTweet 12Denn die Weisheit beschirmet, so beschirmet Geld auch; aber die Weisheit gibt das Leben dem, der sie hat. Share to feedTweet 13Siehe an die Werke GOttes, denn wer kann das schlecht machen, das er krümmet? Share to feedTweet 14Am guten Tage sei guter Dinge und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schaffet GOtt neben jenem, daß der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist. Share to feedTweet 15Allerlei habe ich gesehen die Zeit über meiner Eitelkeit. Da ist ein Gerechter und gehet unter in seiner Gerechtigkeit, und ist ein Gottloser, der lange lebt in seiner Bosheit. Share to feedTweet 16Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, daß du dich nicht verderbest! Share to feedTweet 17Sei nicht allzu gottlos und narre nicht, daß du nicht sterbest zur Unzeit! Share to feedTweet 18Es ist gut, daß du dies fassest und jenes auch nicht aus deiner Hand lässest; denn wer GOtt fürchtet, der entgehet dem allem. Share to feedTweet 19Die Weisheit stärkt den Weisen mehr denn zehn Gewaltige, die in der Stadt sind. Share to feedTweet 20Denn es ist kein Mensch auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige. Share to feedTweet 21Nimm auch nicht zu Herzen alles, was man sagt, daß du nicht hören müssest deinen Knecht dir fluchen. Share to feedTweet 22Denn dein Herz weiß, daß du andern auch oftmals geflucht hast. Share to feedTweet 23Solches alles habe ich versucht weislich. Ich gedachte, ich will weise sein; sie kam aber ferner von mir. Share to feedTweet 24Es ist ferne; was wird's sein? und ist sehr tief; wer will's finden? Share to feedTweet 25Ich kehrete mein Herz, zu erfahren und zu erforschen und zu suchen Weisheit und Kunst, zu erfahren der Gottlosen Torheit und Irrtum der Tollen, Share to feedTweet 26und fand, daß ein solches Weib, welches Herz Netz und Strick ist und ihre Hände Bande sind, bitterer sei denn der Tod. Wer GOtt gefällt, der wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen. Share to feedTweet 27Schaue, das habe ich funden, spricht der Prediger, eins nach dem andern, daß ich Kunst erfände. Share to feedTweet 28Und meine Seele sucht noch und hat es nicht funden. Unter tausend habe ich einen Menschen funden, aber kein Weib habe ich unter den allen funden. Share to feedTweet 29Alleine schaue das, ich habe funden, daß GOtt den Menschen hat aufrichtig gemacht; aber sie suchen viel Künste. Share to feedTweet